Michaelerkirche, 1010 Wien

Pfarre St. Michael, 1010 Wien

Michaelerkirche 1010 Wien

In dieser wunderschönen Kirche gibt es eine Fülle an Reliquien, die ihresgleichen sucht!

PLAN der Altäre, die Reliquiare beinhalten:

.           HOCHALTAR
.                                              J
.                                              1
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.       3                                    2
.               EINGANG

Beginnen wir beim Hochaltar:

Michaelerkirche Hochaltar

Hier finden wir links Reliquien von der Hl. Ursula, des Hl. Linus, der Hl. Aurelia, des Hl. Felicianus, der Hl. Victoria, Hl.Apolonnia und des Hl. Marcellinus. Rechts gibt es Reliquien von den Gefährten des Hl. Gereon, Sel. Constantius, Hl. Valerius, eine der 11.000 Gefährten der Hl. Ursula, der Hl. Eunomia, Hl. Fortunata und des Hl. Aurelius.

Die Legende der Hl. Ursula und ihrer 11.000 Gefährtinnen wurde bereits in der Jesuten- und Annakirche beschrieben.

Legende des Hl. Linus:
Linus war ungefähr vom Jahre 66 bis 78 Papst. Lange Zeit galt er als der erste Papst, da man den Apostel Petrus nicht als Papst zählte. Erst ab den frühen 3. Jhd. zählte man Petrus als ersten Papst und Linus als Nachfolger und somit als zweiten. Sicher ist, dass sein Pontifikat 12 Jahre dauerte, die Datierung ist aber ungenau. Über die Amtszeit und das genaue Wirken von Papst Linus ist kaum etwas bekannt. Angeblich stammte er aus Volterra (Toskana) und ist neben Petrus begraben.

Die Legende der Heiligen (Seligen?) Aurelia wurde bereits in der Jesuitenkirche beschrieben.

Legende des Hl. Felicianus:
Felicianus und Primus ( siehe Piaristenkirche) waren Brüder und wurden unter Kaiser Diokletian von heidnischen Priestern angeklagt. Zuerst wurden sie gefesselt und in den Kerker geworfen, doch ein Engel löste ihre Fesseln. Danach wurden beide getrennt verhört. Auf die Aufforderung, den Göttern zu Opfern, antwortete Felicianus, dass er 80 Jahre alt sei und seit 30 Jahren Christ, Jesus werde ihn auch aus der Not befreien. Der Richter liess ihn daraufhin binden und Nägel durch Hände und Füße schlagen, Felicianus empfand jedoch keinen Schmerz. Da ließ der Richter Primus herbeiführen und log ihn an, dass Felicianus bereits den kaiserlichen Geboten gehorsam war und den Göttern geopfert hatte. Da antwortete Primus, dass dies nur zum Teil stimmte, denn Felicianus sei den Geboten des obersten Kaisers, Jesus Christus, gehorsam. Danach musste Felicianus anschauen, wie Primus siedendes Blei in den Mund gegossen wurde, dieser trank es jedoch wie kaltes Wasser. Dann wurden wilde Löwen und Bären auf beide gehetzt, die Tiere setzten sich jedoch lammfomm vor ihnen nieder. Schließlich wurden beide im Jahr 287 enthauptet.

Die Legende der Hl. Victoria wurde bereits in der Jesuitenkirche beschrieben.

Legende der Hl. Apollonia:
Apollonia, die Tochter eines Königs, besaß unermeßlichen Reichtum. Sie verschenkte zuerst ihren Schmuck, danach verweigerte sie die ihr zugedachte Ehe. Ein Engel brachte Apollonia in die Wüste zu einen Einsiedler, der sie belehrte und taufte. Danach wurde sie von Engeln aufgefordert, in Alexandria zu predigen, worauf sie den Hass eines Zauberers auf sich zog. Dieser rührte den Hass der Volksmenge gegen sie auf, sodass sie und andere Christen auf die Straße geschliffen und gemartert wurden. Apollonia wurde besonders grausam gemartert: ihr wurden die Augen augestochen, die Ohren mit Blei ausgegossen, die Haut abgezogen, danach alle Zähne mit einer Zange ausgerissen und schließlich die Kinnlade zertrümmert. Als man sie verbrennen wollte, sprang sie freiwillig ins Feuer. Sie starb um das Jahr 249 in Alexandrien.
Patronat: gegen Zahnleiden, der Zahnärzte.

Legende des Hl. Marcellinus:
Marcellinus war Papst und regierte die Kirche 9 Jahre und 4 Monate. Er wurde unter Kaiser Diokletian gefangen und ihm wurden viele Martern angedroht, solle er nicht den Göttern opfern. Darauf legte er 2 Weihrauchkörner auf den heidnischen Altar. Diese Feigheit machte die Christen traurig, sie gingen und machten Marcellinus Vorwürfe. Marcellinus bereute seine Tat und setzte sich selbst vom Pastamt ab, wurde jedoch einmütig neu gewählt. Als er ein zweitesmal gefangen genommen wurde, blieb er jedoch seinen Glauben treu. Er schätzte sich eines  ehrenvollen christlichen Begräbnisses unwürdig und verbanne alle, die es wagen sollten, ihn zu begraben. Dann wurde er enthauptet und seine Leiche wurde 35 Tage nicht beerdigt. Papst Marcellus, seinen Nachfolger, erschien der Hl. Apostel Petrus und fragte ihn: „Warum hast du mich nicht beerdigt?“ Marcellus antwortete, dass er, Petrus, ja längst beerdigt sei, doch dieser sagte: „Ich bin so lange unbegraben, als ich sehe, dass Marcellinus unbegraben ist!“ Als Marcellus erwiderte, daß Marcellunis einen Bann über jeden, der ihn begraben würde, gesprochen hatte, antwortete Petrus mit den Worten Jesu: „Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Geh, und begrabe ihn zu meinen Füßen“. Dieser tat es.

Die Legende von St. Gereon und seinen Gefährten der Thebäischen Legion wurde bereits in der Jesuitenkirche beschrieben.

Legende des Sel. Constantius:
Constantius wurde 1410 in Fabriano, Italien geboren. Er hatte im Dominikanerorden mehrere hohe Ämter inne und war Prior verschiedener Klöster. Bei der Reform des Ordens war er ausschlaggebend. Constantius starb am 25. Februar 1481.

Legende des Hl. Valerus:
Valerus wurde im 3. Jhd in Spanien geboren. Während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian wurde er zum Bischof von Saragossa in Spanien ernannt. Zu Beginn des 4. Jhd. wurde er nach Anet in Frankreich verbannt, dort starb er im Jahre 315. In Saragossa befinden sich seit dem 12. Jhd. Reliquien.

Legende des Hl. Aurelius:
Aurelius (Aurelios) war im 5. Jhd Bischof in Armenien. Um 475 gelangten seine Gebeine nach Hirsau in Baden-Wüttemberg (Deutschland), wo sie in der Aurelius-Kirche bestattet wurden, aus dieser Kirche entstand später die Reformabtei Hirsau.

Legende der Hl. Fortunata von Cäsarea:
Fortunata sei ein junges Mädchen gewesen und habe in der Christenverfolgung des Kaisers Diokletian um das Jahr 300 in Cäsarea (Palästina) das Martyrium erlitten. Ihre Reliquien werden seit dem 8. Jhd. in Neapel hoch verehrt.

Legende der Hl. Eunomia:
Eunomia war mit Eutropia und Digna die Gefährtin der Hl. Afra von Augsburg und ihrer Mutter, der Hl. Hilaria. Sie arbeiteten in einem Bordell, bis sie eines Nachts vom Wanderbischof Narzissus und seinem Diakon Felix wärend eines Tischgebetes bekehrt wurden. Als sie das Bordell geschlossen hatten, wurde Afra getötet. Eunomia und ihre Freundinnen brachten Afras Leiche zu Hilaria. Als sie Afra beweinten, wurden sie von Soldaten verbrannt. Siehe auch: Hl. Hilaria (unten)
Patronat: der reuigen Sünderinnen, in Liebesangelegenheiten

(J) – Rechts vom Hochaltar sehen wir das Grab des Hl Julius:

Michaelerkirche Hl Julius

Die Vita des Hl. Julius ist unsicher;  da es sich um ein Kindergrab aus den Katakomben handelt, können wir auf einen kindlichen Märtyrer schließen. Der Corpus kam Anfang des 18. Jhd. als Geschenk des Papstes nach Wien und befand sich anfangs in der kaiserlichen Schatzkammer. Kaiserin Maria Theresia verehrte den Heiligen sehr und betete oft beim Grab des Kinderheiligen. Am 26. Dezember 1746 wurde er von der Kaiserin der öffentlichen Verehrung in der „Kapelle der Welschen Nation“, nächst der Kirche am Hof, die den Jesuiten gehörte, übergeben. Aufgrund einer Verordnung von Kardinal Sigismund Kollonitsch wurde der Feiertag des Heiligen am 28. Dezember, dem Fest der unschuldigen Kinder, begangen. Es knüpfte sich ein regelrechter Kult. Pietro Metastasio dichtete einen Lobgesang auf den Hl. Julius, und es wurden am Feiertag riesige Kinderproszessionen abgehalten. Die Verehrung des Hl. Julius verbreitete sich über die Jesuiten rasch nach Ungarn, Italien, Asien und Amerika. Als die Jesuiten bald darauf aufgelassen wurden, übergab Maria Theresia die Reliquien 1773 der Michaelerkirche. Beim 200-jährigen Barnabitenjubiläum 1826 wurde der sogenannte „Julius-Altar“, den wir heute noch bewundern können, errichtet. Zahlreiche Gebetserhörungen trugen dazu bei, Julius als Schutzpatron der Wiener Kinder zu erachten.

Rechts davon (1), beim rechten hinteren Seitenaltar befinden sich zwei Prachtreliquiare aus dem Jahr 1740:

Michaelerkirche Seitenaltar re hinten

Hier befinden sich links unten die Reliquien vom Hl. Theodor und 4 Reliquien vom Hl. Theodotus, oben befinden sich jeweils 2 Reliquien von der Hl. Hilraia und vom  Hl. Prosper, eine weitere Reliquie vom Hl. Marcellinus, eine Reliquie von der Hl. Celestina, der Hl. Illuminata, des Hl. Pius, Hl. Fortunatus, Hl. Prudentius und der Hl. Justa; rechts befinden sich unten Reliquien des Hl. Theodor, der Hl. Liberata, 2 Reliquien des Hl. Deodat und eine des Hl. Chrysanthus, oben eine weitere große Reliquie der Hl. Hilaria, 4 Reliquien des Hl. Leon, eine der Hl. Speciosa, des Hl. Clarus, 2 Reliquien der Hl. Flora, eine weitere der Hl. Illuminata, des Hl. Liberatus und der Hl. Aurelia.

Die Legende des Hl. Theodor wurde bereits in der Piaristenkirche erzählt.

Legende des Hl. Theodotus:
Über Theodotus Leben ist wenig berichtet: er wurde 311 in Ankyra, heute Ankara in der Türkei, enthauptet, weil er Leichname von christlichen Märtyrern geborgen und beigesetzt hatte.

Über das Leben der Hl. Celestina ist leider nicht viel bekannt, sie war wahrscheinlich eine Märtyrerin.

Legende der Hl. Illuminata:
Illuminata war eine Jungfrau und Christin. Sie war sehr bewundert und starb 320 in Todi (Italien), wo sie noch heute sehr verehrt wird.

Die Legende des Hl. Prosper wurde bereits in der Piaristenkirche erzählt.

Legende des Hl. Pius I:
Papst Pius I. stammte aus Aquilea in Italien. Er war nach eingen Bischofslisten der neunte Papst und hatte das Petrusamt ungefähr vom Jahre 142 bis zu seinem Tod im Jahre 155 inne. Er bekämpfte die gnostischen Irrlehren und starb als Märtyrer.

Legende der Hl. Hilaria:
Hilaria war mit dem König von Zypern verheiratet und bekam von ihm ein Kind, die Hl. Afra. Als ihr Mann ermordet wurde, flüchtete sie mit ihrer Tochter nach Rom. Dort arbeitete sie, nach eingien Quellen, wegen Geldmangels als Prostituerte und weihte später ebenfalls ihre Tochter der Venus, worauf diese den Namen Afra (von ‚Aphrodite‘) bekam. Als Afra einen Traum hatte, sie werde Königin von Augsburg werden, zogen beide dorthin. Mit den drei ‚Gespielinnen‘ Digna, Eunomia und Eutropia betrieben sie dort ein Bordell, bis eines Nachts der Hl. Bischof Narzissus mit seinem Diakon Felix, die auf der Flucht vor Schergen waren, zu ihnen kam und, im Unwissen, dass dies ein Bordell sei, Essen bestellten. Narzissus und Felix sprachen ein Tischgebet, und Afra und Hilaria sahen das Licht des Heiligen Geistes über Narzissus. Afra und Hilaria bekehrten sich und versteckten gleich darauf den Wanderbischof und seinen Diakon vor Soldaten. Noch in der selben Nacht wollten sie sich taufen lassen, da erschien ihnen der Teufel, der Narzissus anklagte, dass er ihn um eine Seele, nämlich die der Hl. Afra, beraubt habe; deshalb solle Narzissus ihm eine Seele geben oder, da er ein Dieb sei,  selbst mit ihm zur Hölle fahren. Narzissus führte den Teufel mit Afra und Hilaria zu einem See in einem Wald, an dessen Grund ein böser Drache hauste, der das Wasser mit seinem Odem vergiftete, diesen musste der Teufel zähneknirschend mit in die Hölle nehmen, während Afra, Hilaria, Narzissus und Felix den Teufel auslachten. Danach wurden beide getauft und bekehrten ihre Dienerinnen Digna, Eunomia und Eutropia. Das Haus der Hilaria wurde zum Treffpunkt der ersten Christengemeinde von Augsburg, als jedoch am 7. August 304 Afra gefangengenommen wurde und ihren Glauben abschwören musste, weigerte diese sich standhaft, worauf sie auf einer Insel verbrannt werden sollte. Da die Insel jedoch feucht war, starb Afra an einer Rauchgasvergiftung. Digna, Eunomia und Eutropia brachten in derselben Nacht die Leiche Afras zu dem Haus ihrer Mutter Hilaria, die Afra in einem römischen Steinsarg aufbarhrte. Noch während der Trauerfeier wurde das Haus der Hl. Hilaria von römischen Soldaten umzingelt, mit Reisig und Holz vollgestopft und Hilaria mit ihren Gefärtinnen, sowie einigen anderen Christen, darunter ein kleiner Junge, verbrannt. Hilaria umarmte den Steinsarg Afras, so fand man auch ihre Gebeine. Hilarias Grab befindet sich in der Franziskanerkirche.
Patronat: der reuigen Sünderinnen, der leidenden Mütter, in Liebesangelegenheiten.

Legende des Hl. Fortunatus:
Fortunatus erlitt mit seinen Gefährten Cajus und Antherus um das Jahr 300 den Martertod in Salerno (Italien). 940 wurden die Gebeine auf wunderbare Weise wieder aufgefunden und am 15. Mai in die Kirche S. Giovanni Battista in Salerno überführt. Papst Leo IX. bestätigte 1052 den Kult. Bis heute werden die Reliquien sehr verehrt.

Legende des Hl. Prudentius:
Prudentius war Anfang des 8. Jhd. Einsiedler in Spanien, wurde dann Bischof von Tarazona in der Nähe von Pamplona und starb 745 in Osma. Er ist bis heute dort sehr verehrt.
Patronat: der Diözese Tarazona (Spanien).

Legende der Hl. Justa:
Justa und ihre Schwester Rufina waren Töchter eines Töpfers in Sevilla in Spanien. Sie verkauften die Töpferarbeiten ihres Vaters in der Stadt. Als eines Tages eine heidnische Prozession stattfand, zertrümmerten sie Götzenbilder und bekannten sich zum Christentum. Beide wurden festgenommen und zum Tod verurteilt. Justa soll in einen Brunnen gestoßen und ertränkt worden sein, andere Quellen berichten, sie sei in einem Kerker gestrorben; Rufina wurde erdrosselt. Beide starben um das Jahr 303. König Ferdinand III. errichtete über der Marterstätte eine Kirche mit einem Augustinerinnenkloster, wo sie seither sehr verehrt werden.
Patronat: der Töpfer, von Sevilla und Burgos.

Legende des Hl. Leo I.:
Leos genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt. Er war der Archidiakon von Papst Coelestin, danach Papst von 440 bis 461. Er bewahrte die Orthodoxie und die abendländische Kultur. 452 ritt er Attila dem Hunnenkönig entgegen und bewegte ihn zur Umkehr. 455 erreichte er von Geiserich eine Schonung der Stadt Rom vor Brandschatzung und Mord, konnte aber eine Plünderung nicht verhindern. 449 verwarf er zahlreiche Irrlehren in ganz Europa. Immer wieder verteidigte Leo die gemeinsame göttliche und menschliche Natur Jesu Christi und bildete die Grundlage zur Zweinaturenlehre, die am Konzil von Chalzedon 451 festgeschrieben wurde. Der Legende nach legte er einen Brief, den er gegen Flavian und andere Herätikjer geschrieben hatte, auf das Grab Petri mit der Bitte, entsprechende Korrekturen anzubringen. Petrus erschien Leo des nachts im Traum und teilte ihm mit, was er verbessert und geändert haben wolle. Leo starb am 10. 11. 461. 1754 wurde er zum Kirchenlehrer ernannt.

Bei der Reliquie der Hl. Speciosa („die Schöne“) ist die Vita sehr ungenau. Es handelt sich vielleicht um eine Märtyrerin.

Legende des Hl. Clarus:
Clarus (Clair) war der erste Bischof von Nantes (Frankreich) und genießt in der gesmten Bretangne seit Jahrhunderten große Verehrung. Seine Reliquien wurden im 9. Jhd. in der Kirche St-Aubin in Angers (Frankreich) beigesetzt.

Legende der Hl. Flora:
Flora war Sklavin des Barbarenkönigs Eugenius. Als dieser nach Rom kam, bekehrte er sich und wurde mit seinen beiden Sklavinnen Flora und Lucilla sowie 21 weiteren Gefährten unter Kaiser Gallienus gemartert. Flora starb im Jahr 265. Ihre Gebeine wurden 861 von Bischof Johannes von Arezzo ins Kloster S. Benedetto, das später nach Lucilla und Flora umbenannt wurde, gebracht.

Legende der Hl. Liberata:
Liberata gründete gemeinsam mit ihrer Schwester faustina im 6.Jhd. in Como (Italien) ein Kloster. Sie starb am 18. Januar 580 in Como, drei Tage nach ihrer Schwetsre Faustina. Ihre Gebeine ruhen seit 1317 im Altar von Santa Maria Maggiore in Como.

Legende des Hl. Deodat:
Deodat (Deodatus) wurde ungefähr um 590 in Irland geboren. Er lebte als Einsiedler bei Arbogast im Forst von Hagenau.  Mit der Hilfe des Königs Childerich II.  gründete er die Abtei Ebersmünster. Um 670 wurde er zum Bischof von Nevers ernannt. Um 670 gründete Deodat die Abtei Juncturae, die später nach ihm St-Dié genannt wurde. 679/680 nahm er an der Synode von Rom teil.  Er starb nach 680, nachdem er zuvor seiner Würde entsagt hatte.
Patronat: Gegen Pest, böse Geister, Gewitter, Regen, Nebel, Überschwemmungen.

Legende des Hl. Chrysanthus:
Chrysanthus war Sohn des Polimius und wurde gegen den Willen seines Vaters Christ. Dieser ließ ihn in eine Kammer sperren und wollte ihn mit hübschen Mägden verführen, die aber auf ein Gebet alle einschliefen. Danach holte sein Vater Daria, eine schöne und intelligente Frau, die der Göttin Vesta geweiht war. Diese wollte Chrysanthus zuerst mit ihren aufreizenden Kleid, danach mit der Philosophie der Götter Roms vom Glauben abbringen. Chrysanthus aber sprach: „So einer die Erde als seine Göttin ehret, ein anderer aber sie als Landmann pflüget: so wird sie dem, der sie pflügt, mehr schenken denn dem, der sie verehrt.“ Dies bekehrte Daria und sie wurde Christin. Zum Schein gingen sie eine Ehe ein, um andere Römer, wie den Richter Claudius samt seiner Familie, zum Christenglauben zu bekehren. Nach einiger Zeit wurden beide gefangengenommen und Chrysanthus in einen übelriechenden Kerker gesperrt, seine Frau Daria aber solle zur Prostitution gezwungen werden. Da entkam ein Löwe aus den Spielen und bewachte Darias Tür; jeder noch so starke Mann, der eintreten wollte, wurde vom Löwen gefasst und vor Darias Füße gelegt, Daria bekehrte die Männer. Da wollte man das Haus, in dem sie war, verbrennen, der Löwe jedoch brüllte und warnte Daria. Sie entließ den Löwen in die Freiheit unter der Voraussetzung, daß er niemanden schade. Daria wurde zu Chrysanthus gebracht und mit ihm gefoltert, danach wurden beide in eine Grube geworfen und mit Steinen und Erde verschüttet. Sie starben im Jahr 285 in Rom. Papst Damasus (366-384)  schmückte ihre Grabstätte in der Via Salaria mit einem Epigramm.
Patronat: der Richter

Beim rechten vorderen Seitenaltar (2) finden wir 2 Reliquiare.

Michaelerkirche Seitenaltar re vorne

Das linke beinhaltet eine Reliquie vom bereits beschriebenen Sel. Constantius, das rechte ein Gebein des Hl. Justinus.

Legende des Hl. Justinus:
Justinus soll ein Gefolgsmann des Hl. Laurentius gewesen sein. Er soll in Rom viele christliche Märtyrer beigesetzt haben und sei dabei von seinen Verfolgern überrascht worden. Nach seiner Verurteilung zum Tod wurde er 269 in Rom hingerichtet. Seine Gebeine werden in der Kirche San Lorenzo fuori le mura verehrt. Reliquien gelangten im Mittelalter nach Freising in Bayern und wurden in der Kirche St.Stephan in Weihenstephan bei Freising beigesetzt.

Vorne, beim linken vorderen Seitenaltar (3) , beinden sich 2 Reliquiare.

Michaelerkirche Seitenaltar li vorne

Sie beinhalten Reliquien vom bereits beschriebenen Hl. Deodat.

Weiters beinhaltet die Michaelerkirche einen unglaublich reichhaltigen Schatz an Reliquien, die (noch) nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind und deren Beschreibung den Rahmen dieser Website sprengen würde. Hervorheben möchte ich allerdings eine Blasuis-Reliquie, mit der am Blasiustag ein besonderer Segen gespendet wird, indem die Reliquie an den Hals gehalten wird.

Weiterführende Links:
www.michaelerkirche.at

🙂   Ich bedanke mich herzlichst für die tolle Unterstützung!   🙂

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Kirche St. Anna, 1010 Wien

Kirche St. Anna, 1010 Wien

Kirche St Anna 1010 Wien

In dieser kleinen, sehr liebevoll eingerichteten Kirche finden wir mehrere Reliquien an einigen Seitenaltären.

Linker mittlerer Seitenaltar:

St Anna Setenaltar links mitte

Hier befinden sich 2 Reliquien vom Hl. Columban (Kolumban) sowie 4 Reliquien des Gelfolges der Hl. Ursula (11.000 Jungfrauen).

Legende des Hl. Columban:
Geboren um 540 in der Ostirirschen Provinz Leinster, tritt Columban ca. 560 in das nordirische Kloster Bangor ein, das erst 2 Jahre davor gegründet wurde. Um das Jahr 590 beginnt er mit 12 Schülern am Kontinent zu missionieren und zieht von der Bretagne nach Burgund. Er konnte viele Klöster gründen, da sich ihm viele Männer, darunter viele Adelige, anschließen. Seine Ordensregeln waren sehr streng und wurden später von den – vergleichsweise gemäßigten – Ordensregeln der Benediktiner abgelöst. Als 610 König Theuderich seine Frau verstößt und mit einer Geliebten zusammenlebt, wagt Columban, ihn zu kritisieren. Er wird verbannt und gelangt bis nach Bregenz (Österreich), wo er weiter missioniert.  Die Legende erzählt, ein Bär habe ihn auf dieser Reise in seiner Höhle schlafen lassen und dort sei auch eine Quelle entsprungen. 612 zieht er nach Oberitalien, wo er 614 das Kloster Bobbio gründet, in dem er im November 615 stirbt.

Die Legende der St. Ursula und ihren 11.000 Gefährtinnen wurde bereits in der Jesutenkirche beschrieben. Aber es gibt einige uralte Reliquienlegenden derselben, die ich hier anfügen möchte:
Eine Äbtissin in Köln besaß einige Reliquien der 11.000 Jungfrauen und schenkte einem befreundeten Abt eine Reliquie in einer Holzkiste. Dieser versprach, die Reliquie so bald wie möglich in einem silbernen Schrein ehrenhaft in seiner Kirche beizusetzen.  Jedoch tat er gar nichts, und ließ die Reliquie ein ganzes Jahr lang in der Holzkiste beim Altar liegen. Nach genau einem Jahr, als alle Mönche bei der Frühmette in der Kirche waren, erhob sich plötzlich eine Jungfrau aus der Holzkiste und ging – zum Schrecken aller – durch den Chor, an den Mönchen vorbei, und verschwand. Der Abt ging zur Holzkiste und öffnete sie – sie war leer. Noch am selben Tage ging er zur Äbtissin und berichtete ihr dies alles, worauf sie das Grab öffneten, aus der die Reliquien entnommen worden waren – es enthielt die Gebeine wieder. Der Abt wünschte sich die Reliquien wieder, oder andere; aber die Äbtissin weigerte sich, ihm jemals wieder welche zu schenken.
Ebenso wird von einem Mönch berichtet, der sein Leben lang die Heiligen 11.000 Jungfrauen verehrte. Eines Tages erschien ihm eine Jungfrau und sagte ihm: „Ich bin eine der Jungfrauen, gegen die du so viel Minne hast getragen, des soll dir nun ein Lohne werden: sprich uns zu Lieb 11.000 Vaterunser, so wollen wir dir zu Schutz und Trost sein in deiner Todesstunde.“ Der Mönch betete die 11.000 Vaterunser, danach verlangte er die Kommunion und die Sterbesakramente. Als er sie empfangen hatte, sagte er, die Mönche mögen das Zimmer verlassen, da die heiligen Jungfrauen zu ihm kämen. Sie verließen ungläubig das Zimmer, und als sie nach einer Weile das Zimmer betraten, war der Mönch tot, er war friedlich lächelnd entschlafen.

Rechter vorderer Seitenaltar:

St Anna Seitenaltar re vorne

Hier findet man die Reliquien des Hl. Modestus, sowie 4 weitere Gebeine der Hl. 11.000 Jungfrauen.

Legende des Hl. Modestus:
Modestus stammte wahrscheinlich aus Irland. Um die Mitte des 8. Jahrhunderts wurde er mit 4 weiteren Priestern vom Hl. Virgil in das Gebiet des heutigen Kärnten (Österreich) gesandt, um den slawischen Stamm der Karantanen zu missionieren. Modestus war ein Wanderbischof („Chorbischof“), doch bekam er bald in Maria Saal einen festen Bischofssitz. Er predigte erfolgreich und errichtete Kirchen im heutigen St. Peter in Holz und im Ingerintal (in der Nähe von Knittelfeeld, Steiermark). Er starb ungefähr am 3. Dezember 722 in Maria Saal, wo er auch bestattet wird. Eine Legende berichtet, dass das Grab von Modestus ganz unscheinbar langsam zum Hochaltar näherrückt. Sei es dort so nahe angekommen, dass es diesen berührt, beginne der Weltuntergang.

Rechter mittlerer Seitenaltar:

St Anna Seitanaltar re mitte

Hier befinden sich 2 Reliquien vom Hl. Verecundus sowie 2 weitere Gebeine der 11.000 Jungfrauen und 2 weitere Reliquien von unbekannten Heiligen („Sanctus“)

Die Vita des Hl. Verecundus ist unklar. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Märtyrer.

Jesuitenkirche, 1010 Wien

Jesuitenkirche, 1010 Wien

Jesuitenkirche 1010 Wien

In dieser Kirche finden wir ein Füllhorn an Reliquien.
Es gibt 8 Nebenaltäre, die jeweils mehrere kunstvoll ausgestattete Reliquiare enthalten.

Übersicht der Altäre:

                                HAUPTALTAR

           4                                                     5

             3                                                     6

             2                                                     7

             1                                                     8

                                   EINGANG

(Seitenaltar 4 enthält keine Reliquien)

Seitenaltar 1:

Seitenaltar 1 links

Hier finden wir jeweils 2 große Reliquien vom Hl. Clemens und vom Hl. Adauctus.

Legende des Hl. Adauctus:
St. Adauctus stammte aus Italien, wo er ungefähr in der Mitte des 3. Jhd. geboren wurde. Er gehörte zu den römischen Würdenträgern und hatte das Amt eines Leiters des kaiserlichen Fiskus inne. Während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian wurde er um das Jahr 304 wegen seines Glaubens gefangengenommen und hingerichtet.

Legende des Hl. Clemens:
St. Clemens I. war der dritte Nachfolger des Heiligen Petrus (nach Linus und Anakletus). Verschiedene Quellen vermuten, er sei Paulus-Schüler gewesen und der Korinther-Brief stamme von ihm. Ende des 1.Jahrhunderts soll er aus Rom vertrieben worden sein, auf Anordnung des Kaisers habe er Zwangsarbeit in den Steinbrüchen auf der Krim leisten müssen. Er erlitt das Martyrium, indem er mit einem Anker um den Hals in das Meer geworfen wurde. Der Hl. Kyrill brachte seine Gebeine nach Rom, wo sie in der Kirche St. Clemente beigesetzt wurden.
Patronat: der Seeleute, Steinmetze, Mamorarbiter, Hutmacher, gegen Kinderkrankheiten, gegen Wassergefahren, bei Sturm und Gewitter.

Seitenaltar 2:

Seitenaltar 2 links

Hier finden wir jeweils 2 Reliquien vom Hl. Adauctus und vom Hl. Bonifatius, in den größeren Reliquiaren befinden sich (links): Hl. Gereon von Köln, Hl. Clemens, Hl. Bernhard, Hl. Jakob der Jüngere, sowie eine Reliquie der 11.000 Gefährtinnen der Hl. Ursula; (rechts) 2 Reliquien des Hl. Gereon, des Hl. Clemens, Hl. Maria von Gethsemani, Hl. Honorius, Hl. Restituta, Hl. Margaretha, Hl. Longinus, eine weitere Reliquie der 11.000 Gefährtinnen der Hl. Ursula sowie ein angebliches Stück Purpurmantel Jesu Christi.

Legende des Hl. Bonifatius von Tarsos:
Bonifatius sei im Auftrag einer reichen Frau aus Rom nach Tarsos gekommen, um Reliquien von Märtyrern ausfindig zu machen. Nachdem er dort zum Christenglauben übergetreten war, soll er selbst den Martertod im siedenden Pech im Jahre 306 gestorben sein. Seine Reliquen gelangten nach Rom, er gehört zu den sogenannten Eisheiligen.

Legende des Hl. Gereon:
Gereon war Soldat in der Thebäischen Legion und wurde wegen seines Cchristlichen Glaubens auf einem Feld bei Köln um 304 mit weiteren Gefährten enthauptet worden sein. Es heißt, die Leichname seien in einen Brunnen geworfen worden sein, über dem die Hl. Helena später eine Kirche errichten ließ. Patronat: der Soldaten, gegen Kopfweh.

Legende des Hl. Bernhard von Clairvaux:
St. Bernhard wurde 1090 in Burgund geboren und trat 1112 mit 30 Gefährten in das Zisterzienserkloster Citeaux in Burgund ein. Das so wiederbelebte Kloster erlebte einen starken Aufschwung, sodaß er mehrere neue Klöster gründen konnte. Er erlangte große Berühmtheit als Prediger, das Volk brachte ihm überall Zuneigung und Bewunderung entgegen. Trotzdem man ihm Erhrenämter antragen wollte, lehnte er ab und bevorzugte das asketische Mönchsleben. Er starb 1153 und wurde später zum Kirchenlehrer ernannt.

Legende des Hl. Jakobus des Jüngeren:
Der Apostel Jakobus der Jüngere sei ein Sohn der Schwester von Maria gewesen. Jesus soll ihn in den Kreis seiner Apostel aufgenommen haben, mehr ist über ihn nicht bekannt. Es gab viele Diskussionen und er wurde oft mit Jakobus, dem Älteren gleichgesetzt. Verschiedene Quellen nennen ihn den ersten Bischof von Jerusalem. Patronat: der Hutmacher, Krämer, Pastetenbäcker, Konditoren, Gerber, Walker.

Legende der Hl. Ursula und den 11.000 Jungfrauen:
Die Hl. Ursula war die Tochter eines Königs und habe um Christi Willen Jungfräulichkeit gelobt. Als der heidnische Königssohn Aetherius sie heiraten wollte, erbat sie 3 Jahre Wartezeit, nachdem diese vorbei waren, segelte sie mit 11.000 Gefährtinnen, allesamt Jungfrauen, aufs Meer hinaus, geriet in eine Strömung und gelangte zufälligerweise an den Rhein. Vor Köln wurden alle von Heiden ermordet. Die Zahl 11.000 beruht auf einen Übersetzungsfehler, es waren in Wirklichkeit nur 11 Gefährtinnen.

Bei der Hl. Maria von Getsemani ist man sich nicht sicher, um welche Maria es sich handelt. In der Bibel erscheint der Auferstandene Jesus einer ‚Maria‘, oft wird sie mit Maria aus Magdala gleichgesetzt,  andere sehen darin Maria aus Bethanien.

Legende des Hl. Honorius:
Honorius war Römer und kam 601 zur Missionierung nach England. 627 weihte ihn Paulinus von York zum Bischof von Canterbury. Er machte sich in der Missionsarbiet verdient und starb 653 in Canterbury.

Legende der Hl. Restituta:
Nach der Passio erlitt Restituta um 250 oder 304 in Nordafrika das Martyrium. Nach einer Vita hatte man sie auf einem brennenden Schiff auf dem Meer ausgesetzt, das dann mit ihrem Leichnam auf der Insel Ischia vor Neapel antrieb. Sie wird besonders in Neapel und Korsika verehrt.

Legende der Hl. Margaretha:
St. Margaretha war die Nichte der Hl. Elisabeth von Thüringen. Sie lebte in Budapest auf der nach ihr benannten Margaretheninsel seit ihrem 10. Lebensjahr ab 1252 in einem Kloster, die Insel hieß damals noch Haseninsel. 1254 legte sie die Profeß ab. Margaretha lebte ein Leben der strengsten Buße und Armut, sie war ein Vorbild an Demut und Nächtenliebe. Sie verschmähte die Hochzeit mit mehreren Königen, die sie umwarben. Schon zu Lebzeiten wurde sie wie eine Heilige verehrt, nach ihrem Tod 1270 wuchs die Verehrung an. 1276 Seligsprechung, 1943 Heiligsprechung. Auf der Margaretheninsel gibt es bis heute eine heeilkräftige Quelle, die ‚Margarethenquelle‘.

Legende des Hl. Longinus:
Longinus soll derjenige Soldate gewesen sein, der die Seite Jesu am Kreuze mit einer Lanze durchbohrte. Nach anderen Quellen war er der Hauptmann, der die Kreuzigung überwachte und sprach: „Wahrlich, dieser Mann ist Gotztes Sohn.“ Eine andere Legende berichtet, Longinus habe in Kappadokien gepredigt und dort Mitte des 1. Jahrhunderts das Martyrium erlitten. Wieder andere Quellen breichten, er habe das Blut Christi mit einem Kelch aufgefangen. und brachte diesen nach Mantua. Patronat: der Reiter.

Seitenaltar 3:

Seitenaltar 3 links

Hier finden sich mehrere Reliquien des Hl. Adauctus, des Hl. Abundius sowie der Hl. Victrix.

Legende des Hl. Abundius:
Der Priester Abundius und sein Diakon Abundatius sollen während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian an der Via Flaminia in Rom enthauptet worden sein. An der Martyriumsstelle befindet sich eine altchristliche Kirche sowie eine Katakombe.

Bei der Heiligen Victrix handelt es sich wahrscheinlich um die Heilige Victoria. Sie war eine Christin, die Mitte des 3. Jhd. oder 305 in Rom den Martertod starb. Ihr heidnischer Ehemann habe sie bei den Christenverfolgern angezeigt. Patronat: für Regen.

Seitenaltar 5:

Seitenaltar 5 rechts

Er enthält jeweils 2 Reliquien des Hl. Clemens, des Hl. Ignatius und der 11.000 Jungfrauen sowie des Hl. Dionysius und der Hl. Justina.

Legende des Hl. Dionysius:
Dionysius wurde von einem ‚Nachfolger der Apostel‘ zur Missionierung entsandt und kam dabei nach Paris, wo er erster Bischof war. Dort habe er zusammen mit Rusticus und Eleutherius 258 den Martertod gefunden. Er gründete zahlreiche Kirchen. Nach einigen Quellen wurde er enthauptet und habe sein abgeschlagenes Haupt aufgehoben und bis zu seiner Grabstätte getragen. Patronat: Der Schützen, bei Kopfweh, bei Hundebissen, gegen Tollwut.

Legende des Hl. Ignatius:
Ignatios war ein Schüler des Evangelisten Johannes. Er war 40 jahre Bischof von Antiochien in Syrien, als ihn Kaiser Trajan zum Tode verurteilte. Zusammen mit anderen Christen brachte man ihn nach Rom, wo er im Amphitheather, dem heutigen Kolosseum, wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen wurde. Im Angesicht des Todes sagte er: „Ich bin der Weizen Christi, ich muß durch die Zähne der Tiere gemahlen werden, um als reines Brot befunden zu werden.“ Während seiner Reise nach Rom verfasste er ‚7 heilige Briefe‘.  Das Todesdatum war 107 oder 117. Patronat: gegen Halsschmerzen und Ausschlag.

Legende der Hl. Justina:
Justina erlitt am 17. Oktober 305 das Martyrium in Padua, sie soll von Soldaten des heidnischen Statthalters mit einem Schwert durchbohrt worden sein.

Seitenaltar 6:

Seitenaltar 6 rechts

Bei diesem Seitenaltar finden wir 3 Reliquien des Hl. Adauctus, sowie jene der Hl. Liliosa, des Hl. Valentin sowie des Hl. Tiburtius.

Legende der Hl Liliosa:
Liliosa und ihr Ehemann Felix stelleten sich freiwillig den Mauren, obwohl dies ihr Todesurteil bedeutete. Sie wurden am 27. juli 852 in Cordoba zu Tode gemartert, wo sie bis heute Verehrung genießt.

Legende des Hl. Valentin:
Der Hl. Valentin war wahrscheinlich Bischof von Terni. Angeblich benschenkte er Fremde mit Blumen und verheiratete Liebenspaare, worauf der Brauch des Blumenschenkens zurückgeht. Weiters habe er einen Knaben von Epillepsie geheilt. Er fand am 14. Februar 268 oder 269 den Martertod. Patronat: gegen Epillepsie und Ohnmacht, der Jugend, der Blumenhändler und für eine gute Heirat.

Legende des Hl. Tiburtius:
Tiburtius von Rom soll der Bruder von Bräutigam der Hl. Cäcilia gewesen sein. Er wird mit dem namensgleichen Hl. Tiburtius verwechselt. Gesichert ist, daß Papst Hadrian I. den Leichnam des Märtyrers in die Kirche S. Cecilia in Rom übertragen ließ.

Seitenaltar 7:

Seitenaltar 7 rechts

Hier gibt es Reliquien vom Gefolge des Hl.Mauritius, 3 Reliquien vom Hl. Adauctus sowie, im linken oberen Reliquiar, jene des Hl. Gereon, des Hl. Clemens, des Hl. Benno, vom Hl. Thomas dem Apostel, der Hl. Maria Magdalena, des Hl. Sebastian, des Hl. Brenhard, des Hl. Apostel Paulus, des Hl. Franziskus von Assisi, der Hl. Katharina von Siena, ein Kleidungsstück des Hl. Joseph sowie ein angebliches Stück der Geissel Christi.
Im Rechten Reliquiar finden wir Reliquien des Hl. Clemens, des Hl. Bonifatius, der Hl. Martha, der Sel. Aurelia, des Hl. Jüngers Barnabas, des Hl. Dominicus, des Hl. Gregor, der Hl. Ursula, des Hl. Bonaventura, des Hl. Rochus sowie ein angebliches Stück des Schweißtuches Christi.

Legende des Hl. Mauritius und seinem Gefolge:
Mauritius war Ende des 3. Jhd. der Führer der Thebäischen Legion, einer ägyptischen Soldatentruppe, die allesamt Christen waren. In der Chistenverfolgung des Maximianus wurden die Soldaten aufgefordert, ihren christlichen Glauben abzuschwören, was alle ablehnten. Daraufhin wurden sie in ihrem Lager in Agaunum (heute St-Maurice in der Schweiz) einer nach dem anderen über mehrere Tage hinweg durch das Schwert hingerichtet. Das Todesjahr lag zwischen 280 und 300. Um 380 wurden die Gebeine der Märtyrer wieder aufgefunden, über den Auffindungsort eine Kirche errichtet, die schnell zur Wallfahrtsstätte wurde. Durch Pilger verbreitete sich der Kult in ganz Europa. Patronat: der Soldaten, Kaufleute, Färber, Hutmacher, Glasmacher, Waffen- und Messerschmiede, Tuchmacher, der Weinstöcke, in Kämpfen, gegen Ohrenleiden, Gicht, Besessenheit, der Pferde und gegen Pferdekrankheiten.

Legende des Hl. Benno:
Benno, Sohn einer Grafenfamilie, empfing 1040 die Priesterweihe und war danach Abt und Kanoiker. Gegen seinen Willen wurde er 1066 zum Bischof ernannt. Er wirkte segensreich und errichtete viele Kirchen und Klöster. Sein Beiname war ‚Apostel der Slawen‘. Als er den Sachsenkrieg von Heinrich IV. ablehnte, wurde er für mehrere Jahre abgesetzt und teilweise sogar gefangengenommen. Die letzten fast 20 Jahre wirkte er unbehelligt und erfolgreich. Er starb am 16. Juni 1106 in Meißen. 1523 Heiligsprechung. Aus Furcht vor Reliquienschändung gelangten die Gebeine 1576 nach München (Deutschland), wo sie 1580 feierlich in der Frauenkirche beigesetzt wurden. Patronat: von München, gegen die Pest, der Fischer und Tuchmacher, gegen Trockenheit und Regen, gegen Unwetter.

Legende des Hl. Apostel Thomas:
Thomas soll vor seiner Berufung durch Jesus Fischer gewesen sein. Bei der Erscheinung des Auferstandenen Christi war er nicht anwesend und bezweifelte die Aufersteheung, weswegen er im Volksmund ‚der ungläubige Thomas‘ genannt wird. Wenige Tage später war er bei einer weiteren Erscheinung Christi anwesend und sprach: „Mein Herr und mein Gott“ (Joh 20, 25-28). Nachdem die Apostel auseinandergegangen waren, kam Thomas bis nach Persien und Indien. Möglicherweise soll er im Jahre 72 in Indien durch das Schwert oder eine Lanze erstochen worden sein. In Mailapur, einem Vorort von Madras, wurde am möglichen Martyriumsort, dem ‚großen Thomasberg‘, 1547 eine Kirche zu Ehren des Apostels errichtet. Eine Inschrift auf einem dort befindlichen Kreuzaus dem 7. Jhd. erzählt von den Predigten und dem Martyrium des Apostels. Patronat: von Ostindien, der Theologen, Architekten, Geologen, Bauarbeiter, Feldvermesser, Steinmetzen, Maurer, Zimmerleute, für eine gute Heirat.

Legende der Hl. Maria Magdalena:
In zahlreichen Quellen wird Maria aus Magdala mit Maria aus Bethanien und/oder mit Maria der Büßerin sowie Maria aus Gethsemani gleichgesetzt. Der Evangelist Markus berichtet, Maria Magdalena sei von Jesus von ihrer Besessenheit geheilt worden und danach seine Begleiterin geworden. Andere Quellen setzen sie mit der Sünderin, einer Prostituierten, die Jesus begegnete, gleich. Alle 4 Evangelisten erwähnen ihre Anwesenheit in der Sterbestunde von Jesus und bei seinem Begräbnis. Der Evangelist Johannes berichtet, sie sei am Ostermorgen zum leeren Grab gegangen und begegnete den Auferstandenen, der zu ihr sagte: „Noli me tangere (Berühre mich nicht)“ Über Maria Magdalenas Leben danach existieren viele Legenden; so sei sie mit ihrer Schwester Martha und ihrem Bruder Lazarus auf einem Schiff nach Südfrankreich gekommen und habe dort das Evangelium verkündet und als Büßerin gelebt. Es entwickelten sich Kulte um die Grabstätten. Patronat: der reuigen Sünderinnen, der Schüler und Studenten, der Gefangenen, der Verführten, der Friseure, Gärtner, Winzer, Weinhändler, Bleigießer, Böttcher, Wollweber, Handschuhmacher, Parfum- und Puderhersteller, der Kinder, die schwer gehen lernen, gegen Augenleiden.

Legende des Hl. Sebastian:
Sebastian stammte aus Mailand und war Soldat der Leibgarde von Kaiser Diokletian, der ihn sehr schätzte. Als der Kaiser eines Tages erfuhr, daß er überzeugter Christ war, ließ er ihn trotz seiner vorherigen Wertschätzung augenblicklich gefangennehmen und ordnete an, man solle ihn mit Pfeilen erschießen. Man band ihn auf einen Baum und erschoss ihn, da man ihn tot glaubte, ließ man ihn am Boden liegen. Die Witwe und Christin Irene aber sah, daß er noch lebte, nahm ihn nach Hause und pflegte ihn gesund. Mutig ging Sebastian nochmals zu Diokletian und prangerte die Christenverfolgung an, worauf ihn der Kaiser am 20. Jänner 288 im Circus von Rom erschlagen und seine Leiche in die Kloake werfen ließ. Eine Christin namens Lucina fand die Gebeine und bestatte sie ehrenhaft an der Via Appia, über der 367 die Pilgerstätte San Sebastiano errichtet wurde. Patronat: der Sterbenden, der Soldaten, der Brunner, bei Verwundungen, der Zinngießer, Eisenhändler, Gerber, Gärtner, Steinmetzen, Büchsenmacher, Bürstenbinder, gegen Viehkrankheiten.

Legende des Hl. Paulus:
Obwohl Paulus selbst kein Jünger Jesu war, gilt er als Apostel und wird wie Petrus ‚Apostelfürst‘ genannt.  Leben und Wirken lässt sich aus 2 Quellen nachvollziehen: aus der Apostelgeschichte und aus seinen Briefen. Paulus stammte aus Tarsus in Kilikien, wo er um 10 nach Christus geboren wurde. Seine Eltern waren Pharisäer und er erhielt den Namen Saul. Seine Familie besaß das römische Bürgerrecht. Er erlernte wie sein Vater das Zeltmacherhandwerk. Im Alter von etwa 19 Jahren kam er nach Jerusalem, um bei dem Lehrer Gamaliel eine Ausbildung als Rabbi zu beginnen. Bis zu dieser Zeit war er aktiv an der Christenverfolgung beteiligt, so wird er bei der Steinigung des Stephanus erwähnt. Etwa im Jahr 34 nahm er auch den Auftrag an, nach Damaskus zu gehen und die dortige Christengemeinde zu bekämpfen. Auf den Weg nach Damaskus kam es dann zur Bekehrung: Ihm erschien Christus, er erblindete, ließ sich in Damaskus taufen und nahm den Namen Paulus an. Danach verkündete er sofort das Wort Jesu in Damaskus, dann in Arabien, Jerusalem in seiner Heimat Kilikien und in Syrien. Etwa im Jahre 44 begann die Missionstätigkeit des Paulus. Bei ihrer ersten Missionsreise beschlossen Paulus und Barnabas, die Heidenmissionierung zu forcieren, was sie beim Apsotelkonzil verteidigten. Das Konzil entschied zugunsten der Heidenmissionare Paulus und Barnabas. Beide brachen ca. im Jahre 50 zur zweiten Missionsreise auf, die ihn auf lange Zeit nach Korinth führte. Er unterhielt regen Briefkontakt zu den von ihn gegründeten Gemeinden. Bei der dritten Missionsreise geriet er jedoch in einen heftigen Streit mit den Juden, wurde von Römern verhaftet und saß 2 Jahre in Cäsarea in Haft. Dann überführte man ihn nach Rom, wo er abermals lange Zeit in haft verbrachte. In dieser Zeit soll er auch Petrus wiedergetroffen haben. Ob Paulus nach seiner Freilassung nach Spanien kam, ist unsicher, sicher ist, daß Paulus zwischen 63 und 67 in Rom das Martyrium erlitt, wahrscheinlich durch Enthauptung. An der Stätte wurde die Kirche S. Paolo fuori le mura errichtet.

Legende vom Hl. Franziskus von Assisi:
Franz wurde 1181/1182 als Sohn eines reichen Kaufmannes geboren. Während seiner Jugendzeit war er ungestüm, sein Berufsziel war Ritter. 1202 zog er in den Sädtekrieg zwischen Assisi und Perugia, geriet in Gefangenschaft und durchlebte einen inneren Wandel, erkrankte und hatte eine Lebenskrise. Wieder in Assisi hatte Franz 1205 eine Vision, in der Christus sprach: „Franz, stelle mein vefallenes haus wieder her.“ Franz verzichtete auf sein Erbe, verließ sein Elternhaus, bekleidetet sich in einer braunen Kutte, und ging barfuß als Bettler auf Wanderschaft. Immer mehr Gleichgesinnte schlossen sich ihm an, und er ging mit ihnen zu Papst Innozenz III., um sich seinen Bettelorden, den ‚Minderbrüdern‘, bestätigen zu lassen. Die Franziskaner zogen in die ganze Welt hinaus, um ihr Ideal vom einfachen Leben, der Liebe zu Mensch und Tier zu predigen. 1212 reiste er nach Dalmatien, 1213 bis 1215 nach Spanien, 1221 gründete er den Terziarorden. 1224 empfing er, im Wald zurückgezogen, die Wundmale Christi (als erster überhaupt). Er starb am 3. Oktober 1226 (erst am nächsten Tag entdeckte man die Stigmata) Die Heiligsprechung erfolgte am 16. Juli 1226.

Legende des Hl. Joseph:
Trotz spärlicher Angaben in der Bibel ist Joseph als der Ziehvater Jesu einer der meistverehrtesten Heiligen überhaupt. Josef war Zimmermann, arbeitete in Nazaret und war mit Maria verlobt. Noch vor der Hochzeit empfing Maria ein Kind, ein Engel erklärte Joseph im Traum das Wunder der Empfängnis und forderte ihn auf, dem Kind den namen Jesus zu geben. Als er mit der hochschwangeren Maria zu einer Volkszählung nach Betlehem unterwegs war, besorgte Josef die Unterkunft für die Stunde der Geburt. Wieder auf Rat eines Engels floh er mit beiden vor Herodes nach Ägypten. Danach lebte er in Nazaret. Als Jesus 12 Jahre alt war, suchte er ihn mit Maria und fand ihn im Tempel lehrend. Mehr ist über Josef nicht bekannt, nach einigen Quellen vertarb er bald danach, wahrscheinlicher ist, daß er aus Bescheidenheit im Hintergrund blieb.

Legende der Hl. Katharina von Siena:
Katharina kam 1347 als 24. Kind der Färberfamilie Benincasa in Siena zur Welt. Im Alter von 12 Jahren sollte Katharina auf Wunsch der Eltern heiraten, was sie jedoch ablehte, worauf sie viel erleiden musste. Als ihr Gesicht duch Pockennarben entstellt wurde, zog sie sich ganz in die Färberei der Eltern zurück. Starke mystische Erfahrungen bewegten Katharina dazu, 1362 dem Laienorden der Dominikaner beizutreten. Andere Ordensmitglieder erlernten Katharina das Lesen soweit, daß sie kirchliche Schriften verstehen konnte. 1366 erlebte sie die ‚mystische Vermählung‘ mit Christus. 1374 ging sie freiwillig nach Pisa, um sich dort um die Opfer der Pestepidemie zu kümmern. Immer mehr Menschen schlossen suich ihr an, mit dem Lebensziel, Gott zu suchen und ihn immer ähnlicher zu werden. Aber sie musste auch Verleumdungen und Unterstellungen ertragen. Als sie kritisiert wurde, weil sie einem frierenden Bettler ihren Mantel gab, es aber für Frauen damals unschicklich war, sich ohne Mantel zu zeigen, sagte sie: „Ich will mich lieber ohne Mantel als ohne Liebe finden lassen.“ Sie stand zu Tode verurteilten bis zum Ende bei. Am 1. April 1375 empfing sie die Wundmale Christi. Als es zu Streitigkeiten zwischen Italien und dem in Avignon weilenden Papst Gregor XI. kam, ging Katharina nach Avignon und begann zu vermitteln. Bei Ausbruch des Abendländischen Schismas stellte sie sich auf die Seite des rechtmäßigen Papstes Urban VI. Auf Wunsch des Papstes zog sie 1378 nach Rom und opferte sich für die Sache der Kirche bis zur Erschöpfung auf. Katharina starb 33-Jährig am 29. April 1380 in Rom. Sie ist seit 1970 eine der 3 Kirchenleherinnen.

Legende der Hl. Martha:
Nach den Evangelien war Martha die Schwester von Maria von Bethanien und Lazarus. Berühmt ist die Bibelstelle, in der Jesus bei ihnen einkehrt. Nach außerbiblischen Legenden sei sie mit ihren Geschwistern in einem Schiff nach Südfrankreich gekommen und habe dort missioniert bzw. ein Einsiedlerleben geführt. Einen menschenfressenden Drachen soll sue mit einem Kreuz und Weihwasser in die Flucht geschlagen haben. Nachdem man ihre Gebeine im 12. Jhd. wiederentdeckt hatte, entwickelte sich Tarascon zur Kultstätte. Patronat: der Häuslichkeit, der Hausfrauen, Köchinnen, Dienstmägde, Arbeiterinnen, Wäscherinnen, Hausangestellten, Gastwirte, Hoteliers, Bildhauer und Maler, gegen Blutfluss und der Sterbenden.

Legende der Seligen Aurelia:
Aurelia war eine Gefährtin der Hl. Ursula oder eine Reklusin bei St. Emmeram in Regensburg, die 1027 starb, nachdem sie 52 Jahre eingeschlossen gelebt hatte. Die Gebeine wurden in die Benediktinerklosterkirche St. Emmeram übertragen, ein Hochgrab von 1330 erinnert an sie.

Legende des Hl. Jünger Barnabas:
Barnabas stammte aus Zypern, wo er in der Hälfte des 1. Jhd. geboren wurde. Er wird den 72 Jüngern zugerechnet, hat aber wahrscheinlich Jesusu nicht mehr erlebt. Er verkaufte all seinen Besitz und schenkte den Erlös den Aposteln. Zusammen mit Paulus, den er 37 in den Kreis der Jünger eingeführt hatte, reiste Barnabas 51 zum Apostelkonzil nach Jerusalem, geriet dort in Streit mit ihm und ging mit dem Evangelisten Markus, seinem Vetter, nach Zypern und verkündete dort das Evangelium. Barnaban wurde dort im Jahre 61 in Salamis zu Tode gesteinigt. 485 wurde seine Grabstätte aufgefunden.

Legende des Hl. Dominikus:
Dominikus war der Gründer des Dominikanerordens, des Vorbildes für fast alle Seelsorgerorden, die danach entstanden. Geboren um 1170 in Caleruega in Spanien, entschied sich Dominikus für den Priesterberuf, wurde
geweiht und Mitglied des Domstiftes El Burgo de Osma, im Jahre 1201 wurde er Subprior. Er beobachtete die damaligen Irrlehren und beschloss, Missionar zu werden und gründete in Prouille bei Toulouse eine Missionsstation. In den Folgenden Jahren wurden viele vom Glauben abgefallene von Dominikus und seinen Gefährten zum Glauben zurückgeführt. Aus der Gemeinschaft entstand der Prediger- und Bettlerorden der Dominikaner, der 1216 päpstlich bestätigt wurde. 1221 wurde Dominikus vom Papst beauftragt, in Rom einen Frauenkonvent ins Leben zu rufen. Armut und Studium waren die Grundpfeiler des Dominikanerordens, der auf der Regel des Hl. Augustinus aufgebaut war. 1220 fand das erste Ordenskapitel in Bologna statt. Dominikus starb am 6. August 1221 in Bologna. Heiligsprechung am 3. Juli 1234.

Legende des Hl. Gregor:
Geboren um 540 in Rom, wandelte er nach dem Tod seines Vaters das Haus am Civus Scauri in ein Benediktinerkloster um, in das er sich mit 12 Gefährten 575 zurückzog. Aus seinem Erbbesitz stiftete er weitere 6 Klöster. Vom Papst zum Vortseher der Seelsorgerbezirke ernannt, war er ab 579 Apokrisiar am Kaiserhof in Konstantinopel, kehrte 585/86 nach Rom zurück und wurde Ratgeber des Papstes. 590 wurde Gregor zum Papst gewählt. Während seiner Regierung mühte er sich, den Verfall, den die Kriege und Invasionen über Rom gebracht hatten, zu mindern und die wirtschaftliche Situation der Stadt zu verbessern, indem er den Besitz der Kirche reorganisierte. Gregor erreichte mit diplomatischem Geschick ein friedliches Einvernehmen mit den Langobarden, als jene 592/93 Rom bedrohten, und hatte freundschaftliche Beziehungen zu den Westgoten und zum Frankenreich. Außerdem gelang Gregor die Christianisierung der Angelsachsen. Sein karitativer Einsatz, seine Seelsorge und seine soziale Fürsorge waren richtungsweisend für alle Päpste der Folgezeit. Gregor ging auch als Autor der ‚Moraltheologie‘ als Theologe in die Geschichte ein.Gregor starb 604 in Rom und wurde im Petersdom beigesetzt. Gregor gehört zu den 4 lateinischen Kirchenvätern.

Legende des Hl. Bonaventura:
Bonaventura wurde 1218 in Bagnoregio in Italien geboren, studierte in Paris und machte einen Doktor der Theologie. 1243 trat er den Franziskanerorden bei. 1257 wurde er in Paris zum 7. Ordensgeneral ernannt, leitete den Orden 17 Jahre lang geschickt und wurde ‚zweiter Gründer des Franziskanerordens‘ genannt. 1273 erhielt er den Ruf nach Rom als Kardinalsbischof. Im Auftrag des Papstes bereitete er das Konzil von Lyon vor. Wenige Tage vor Ende des Konzils starb er am 15. Juli 1274 in Lyon. 1482 Heiligsprechung, 1588 Ernennung zum Kirchenlehrer.

Legende des Hl. Rochus:
Nach Überlieferungen stammte Rochus aus Montpellier (Frankreich), wo er um 1295 zur Welt gekommen sein. Nach dem Tod der Eltern verschenkte er den ganzen Beitz den Armen und zog als mittelloser Pilger durch die Welt. Er hatte die wunderbare Gabe, Pestkranke durch ein Kreuzzeichen zu heilen. Eines Tages erkrankte Rochus selbst an der Pest, dem Sterben nahe legte er sich in eine Hütte und erwartete den Tod. Da erschien ihm ein Engel und sprach ihm Mut zu, ein Hund kam täglich und brachte ihm Brot, bis er gesundet war. Als er in seine Heimatstadt zurückkehrte, erkannte ihn niemand mehr und er wurde als Spion eingekerkert. Nach 5 qualvollen Jahren starb er im Kerker, erst auf dem Totenbett erkannte man ihn anhand eines Muttermals.

Seitenaltar 8:

Seitenaltar 8 rechts

Hier kann man die Gebeine des Hl. Vinzenz, der Hl. Arthemia sowie 2 Reliquien des Hl. Bonifatius bewundern.

Bei der Hl. Arthemia ist die Vita unklar.

Legende des Hl. Vinzenz:
Vinzenz wurde im 3. Jh. in Huesca in Spanien geboren. Später soll Vinzenz als Archidiakon von Bischof Valerius gewirkt haben und mit ihm nach Valencia verbannt worden sein. Während Valerius nach Frankreich gebracht wurde, erlitt Vinzenz wahrscheinlich am 22 Jan. 304 den Martertod. An seinem Grab entwickelte sich ein starker Vinzenz- Kult.